Abo  |  Probeabo  |   Login

Meistgelesen im November

Der Freier

09.09.2016

13.10.17

Wochenperspektive: Situation für Flüchtlinge in Griechenland verschlechtert sich

Die Kritische Perspektive finanziert sich über Online-Abos von Leuten wie dir.

Du kannst ohne Abo jeden Monat 2 Artikel deiner Wahl lesen.

Wenn du die Arbeit unserer AutorInnen unterstützen willst, kauf bitte ein Online-Abo. Wenn du die Kritische Perspektive erstmal testen willst, kannst du ein kostenloses 4-Wochen-Probeabo bestellen.

Schon abonniert? » Login.

Auch wenn die „Flüchtlingskrise“ dank Frontex, Erdogan und libyischen Milizen von Deutschland fern gehalten wird, verschlimmern sich die Bedingungen für Flüchtlinge in Griechenland gerade dramatisch:

Die Bilder an der griechisch-mazedonischen Grenze glichen einem Schreckensszenario: Am vergangenen Montag (29.2.) wurde der Grenzzaun in Idomeni von Flüchtlingen teilweise niedergerissen. Grenzpolizisten setzten Tränengas gegen hunderte Protestierender ein – unter den Verletzten waren Dutzende Kinder. Viele hatten Atemprobleme. Momentan harren mehr als 8.000 Flüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien aus. …

“18.000 Geflüchtete sind in diesem Jahr bislang auf den griechischen Inseln angekommen. 2015 waren es noch 850.000 Menschen. Trotz der stark gesunkenen Zahlen sind die Bedingungen weiterhin schlecht. Die Behörden sind überlastet, der EU-Türkei-Deal wankt. “Selbst wenn 100 Leute kommen – das ist ungefähr die Zahl von Angekommenen in zwei Tagen – dann gibt es ein Problem. Wir kommen erneut an unsere Grenze.” So schildert es der Chef der griechischen Asylbehörde auf Chios: Nikos Papamanolis.“

*

Beschäftigte der sogenannten „Gig economy“ (ohne festen Arbeitsvertrag, bezahlt nur auf Basis erledigter Aufträge) bei Uber, Amazon und Hermes, berichten:

„So sprach etwa ein Fahrer von Uber über die Bezahlung – über die wirkliche Bezahlung, wenn er all seine Unkosten, die er ja als angeblich Selbstständiger selbst tragen muss, abzieht. Es bleiben ihm, genau gerechnet, gerade einmal 6 Pfund Sterling die Stunde. Was das bedeutet, kann man auch aus der Ferne schnell erkennen: Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 7,50 Pfund…“ (labournet, 11. Oktober)

*

Das neue Buch von Varoufakis ist, entgegen dem Untertitel, nicht „die ganze Geschichte“, sondern nur die halbe:

„Nur »die ganze Geschichte«, wie im Buchtitel versprochen, ist es gerade nicht, die hier mit so viel Verve und teilweise in Echtzeit erzählt wird, sondern eben immer nur die halbe. Denn es war von Anfang an ein doppelter Kampf, ein Kampf an zwei Fronten, der die ersten sechs Monate Syriza-Herrschaft prägte. Und so kläglich man auch beim Widerstand gegen die Troika versagen sollte, so erfolgreich war man doch immerhin im zweiten Waffengang: der Liquidation der etwa ein Drittel ihres Zentralkomitees stellenden linken Plattform in der Partei sowie der radikaleren Kräfte in deren Thinktank, dem Nikos-Poulantzas-Institut, durch die Clique um Alexis Tsipras und Nikos Pappas. Zu diesem Thema und zu seiner eigenen Rolle schweigt sich Varoufakis, welcher bekanntlich selbst niemals Mitglied der Syriza-Bewegung gewesen ist, beredt aus. Die radikalen Kräfte innerhalb der Partei werden so stets nur in Seitenblicken und -hieben des Verfassers sichtbar und dann immer als dessen eine Übereinkunft mit ausländischen Investoren und der Troika gefährdende Gegenspieler.* Anlässlich seiner von einem Mitarbeiter der Deutschen Bank organisierten Antrittsrede vor mehr als zweihundert Vertretern des internationalen Finanzkapitals stellte Varoufakis die Machtverhältnisse in der gespaltenen Partei unmissverständlich klar: »Unsere Grexit-Kollegen würden uns nicht in die Quere kommen«.“ (junge Welt, 11.10.)

*

Aus verschiedenen Quellen rekonstruiert der Guardian die Entwicklung des psychologischen Folterprogramms der CIA, mit der gefangene Taliban-Kämpfer gefügig gemacht werden sollten. Hinter dem Programm standen zwei renommierte amerikanische Psychologen, die ihre wissenschaftlichen Einsichten in die menschliche Psyche für das Militär anwendbar machen wollten (und sich daran eine goldene Nase verdienten): die Psychologen empfehlen, die Verhörkandidaten Schlafentzug, Kälte und Nahrungsentzug zu unterwerfen. Von einem der von ihnen wissenschaftlich entworfenen Lager wird berichtet, dass die Gefangenen an der Decke angekettet in komplett dunklen Zellen, tagelang nackt bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt verharren mussten. Hilferufe und Klagen über die Kälte empfahlen die Psychologen als „Widerstandstaktiken“ zu ignorieren. Erst lange nachdem das erste Opfer erfroren war, gab es vereinzelte Kritik aus den Reihen des Militärs, vor allem, weil sich das Verfahren als nicht sehr effektiv herausstellte.

Wenn dir dieser Artikel gefällt, unterstütz uns mit einem Online-Abo.

Oder teste die Kritische Perspektive mit einem kostenlosen 4-Wochen-Probeabo.

Weiterhin diese Woche:

Warum die katalanische Unabhängigkeit kein Fortschritt ist (und es sich nicht dafür zu kämpfen lohnt)

Unsere Aufgabe ist es, die sozialen Konflikte unserer Zeit bewusst zu machen und auszutragen, nicht sie nationalistisch zu verkleiden

Weiterlesen

Eine Meinung haben

Über die Schwierigkeiten, jemanden von seiner falschen Erklärung der eigenen Welt abzubringen.

Weiterlesen

Kritische Perspektive 2017 | Kontakt | Impressum | Über uns